Krankheitsbilder

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Die Bandscheiben liegen zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Sie bestehen aus einem äußeren, durch Bindegewebsfäden verstärkten Knorpelring und einem gelartigen Zentrum, dem Gallertkern. Durch diese Konstruktion sind Wirbel und Bandscheiben elastisch verbunden. Sie haben eine Stoßdämpferfunktion für die Wirbelsäule.
Bewegungsmangel, Fehlhaltung, Übergewicht, angeborene Bindegewebsschwäche, eine zu schwache Bauch- und Rückenmuskulatur – das sind die häufigsten Ursachen für eine Fehlbelastung der Bandscheiben. Die Folge: Durch den erhöhten Verschleiß wird der äußere Ring der Bandscheibe spröde und kann bei Belastung reißen. Das Innere der Bandscheibe, insbesondere der Gallertkern, tritt aus und kann auf die Nervenwurzeln drücken. Dieser Druck führt zu heftigen Schmerzen und nicht selten auch zu Lähmungen.
Bei der Mehrzahl der Patienten hilft die so genannte konservative Therapie, eine Kombination aus schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten und Physiotherapie.
Eine Operation kommt bei einem Bandscheibenvorfall nur dann in Frage, wenn die konservative Therapie versagt und dauerhafte Störungen oder Schäden drohen.

Was ist ein Schlaganfall?

Ein Schlaganfall (Hirnschlag, Apoplexie, engl. stroke) ist die Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung des Gehirns. Dabei ist die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen eingeschränkt bzw. blockiert. Die Zellen in den betroffenen Gehirnregionen gehen zugrunde.

Häufige Ursachen eines Schlaganfalls

Hirninfarkt – zum Gehirn führende Blutgefäße oder Gefäße im Gehirn verengen oder verschließen sich, z.B. durch Arteriosklerose. Manchmal werden sie auch durch einen angespülten Blutpfropf verstopft (Hirnembolie).

Hirnembolie – sie wird verursacht durch den plötzlichen Riss eines Blutgefäßes im Gehirn.

Seltenere Ursachen sind angeborene Gefäßmissbildungen oder Hirngefäße, die durch Infektionen geschädigt wurden.

Risikofaktoren sind vor allem Bluthochdruck, Diabetes, hohe Blutfette, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel. Diese Faktoren begünstigen Arteriosklerose, die meist über Jahre hinweg die Blutgefäße durch Fett- und Kalkablagerungen schädigt. Übrigens sind keineswegs nur ältere Menschen betroffen. Auch Jugendliche und Kinder können einen Schlaganfall bekommen. Vorbeugen lässt sich durch eine gesunde Lebensweise, die auf fettreiche Ernährung und Rauchen verzichtet und Bewegung einschließt.

Schlaganfälle führen bei circa 70 Prozent der Betroffenen zu Folgeschäden. Häufig kommt es zu Sprachstörungen, einseitigen Lähmungen, Gangstörungen, depressiven Verstimmungen und Gedächtnisstörungen.

Informationen für Betroffene und Interessierte bietet die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe unter www.schlaganfall-hilfe.de

Wann hilft der Physiotherapeut
Vorbeugung

Ein aktiver, beweglicher Lebensstil mit regelmäßiger Ausdauerbelastung hilft, dem Schlaganfall vorzubeugen. Präventionskurse unter Anleitung von speziell fortgebildeten Physiotherapeuten können Sie dabei unterstützen. Diese Kurse dienen der körperlichen Aktivierung oder auch der Entspannung.

Bewegen Sie sich regelmäßig! Fragen Sie Ihren Physiotherapeuten nach geeigneten Kursangeboten!

Unsere Kursangebote:

Therapie

Physiotherapie kann einen wesentlichen Behandlungsbeitrag leisten, wenn infolge eines Schlaganfalls das Bewegungssystem betroffen ist oder wenn Lähmungen eingetreten sind. Die physiotherapeutische Behandlung beginnt sehr rasch nach einem Schlaganfall, also bereits in der Klinik. Die Behandlung wird in der (neurologischen) Rehabilitation und anschließend in der freien Praxis Ihres Physiotherapeuten fortgesetzt. Zahlreiche Physiotherapeuten sind durch spezielle Weiterbildungen für die Behandlung von neurologischen Patienten besonders qualifi ziert. Sie arbeiten mit neueren Behandlungskonzepten wie der Forced-use- Therapie oder der Laufbandtherapie, die in der Behandlung nach Schlaganfall gute Erfolge aufweisen.

Möglichkeiten für Betroffene

Physiotherapie nach Schlaganfall ist eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung in der ambulanten Versorgung.

Der Physiotherapeut behandelt Sie auf der Grundlage einer ärztlichen Verordnung. Bei erstmaliger Verordnung sind bis zu 10 Behandlungseinheiten vorgesehen, bei längerfristigem Behandlungsbedarf bei Patienten nach dem 18. Lebensjahr bis zu 30 Einheiten, bei Patienten unter 18 bis zu 50 Einheiten.

Was erwartet den Patienten

Der Physiotherapeut stützt sich auf die ärztliche Diagnose und auf seinen eigenen physiotherapeutischen Befund. Auf dieser Grundlage wendet er geeignete Maßnahmen an, um das Therapieziel zu erreichen.

Bei einem Schlaganfall kommen in der Regel folgende Heilmittel zur Anwendung:

Als ergänzende Heilmittel sind möglich:

  • Wärmetherapie oder Kältetherapie

Behandlungsziele in der Physiotherapie

Bei Bewegungsstörungen mit oder ohne Lähmungen:

  • Förderung und Besserung der Motorik
  • Förderung und Besserung der Koordination, des Gleichgewichts sowie der grob- und feinmotorischen Bewegungen
  • Förderung und Besserung von Ausdauer, Kraft und Belastbarkeit
  • Üben und Automatisieren von Gebrauchsbewegungen sowie Sicherung der Mobilität zur leichteren Gestaltung des Alltags und zur Verbesserung der Lebensqualität

 

Bei spastischen Funktionsstörungen:
 

  • Regulierung der Muskelspannung und Vermeidung von Versteifungen


Quelle: ZVK - Zentralverband Krankengymnastik
 

Was ist Osteoporose?

In Deutschland leiden viele Millionen Menschen an einer systemischen Skeletterkrankung,
bei der sowohl die Festigkeit mit Neigung zu Brüchigkeit (Frakturen)
als auch die Funktion des Knochens abnimmt: Osteoporose.
Patienten mit Osteoporose leiden zunächst an undefinierbaren Schmerzen im Bewegungsapparat.
Später können Wirbelkörpereinbrüche, Rippenbrüche oder Oberschenkelhalsbrüche die Folge
der rückläufigen Knochendichte sein. Patienten können die Gefahren, die sich durch
eine Osteoporose ergeben, jedoch mit vorbeugenden Maßnahmen effektiv verringern und
mit Funktionstraining den Knochenaufbau wieder stimulieren.

Ursachen der Osteoporose:

  • Geringe Östrogenproduktion bei Frauen in den Wechseljahren
  • Stoffwechsel- und Hormonstörungen
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • Untergewicht
  • Kalziumarme Ernährung
  • Vitamin-D-Mangel
  • Unzureichende Bewegung

Wann hilft der Physiotherapeut?

Speziell qualifizierte Physiotherapeuten helfen dabei,
die Osteoporose-Erkrankung besser zu bewältigen.
Sie vermitteln ein zielgerichtetes Übungsprogramm und geben wertvolle Tipps
und Anregungen zur Ernährung, Alltags- und Freizeitgestaltung sowie Schmerzbewältigung.

Das erwartet den Patienten in der Physiotherapie:

  • Steigerung des Knochenaufbaus durch muskuläre Druck- und Zugbelastung
  • Kräftigung der Rumpfmuskulatur
  • Stabilisierung und Entlastung der Wirbelsäule
  • Verbesserung der Körperwahrnehmung
  • Aufbau einer günstigen Körperhaltung
  • Training der Reaktion und Koordination
  • Sturzprophylaxe
  • Heil- und Hilfsmittelberatung
  • Maßnahmen zur Schmerzbewältigung
  • Rehabilitative und sportliche Aktivitäten

Quelle: ZVK

Was ist Arthrose?

Immer mehr Menschen leiden an einer Arthrose. Schätzungen zufolge sind circa 15 Millionen Menschen
von der Gelenkerkrankung betroffen. Neben Sportlern betrifft die Erkrankung zumeist ältere Menschen.
Bezeichnend für eine Arthrose ist der langsame Abbau der Knorpelschicht der Gelenke.
Im weiteren Verlauf der Erkrankung zieht der Gelenkverschleiß auch Knochen,
Muskeln und Bänder in Mitleidenschaft. Arthrose kann in allen Gelenken auftreten,
vermehrt zeigt sich der Verschleiß jedoch an Wirbelsäule, Hüftgelenk, Kniegelenk, Handgelenk und Fußgelenk.
Die Schmerzen, die bei Arthrose auftreten, gehen weit über das altersbedingte Maß hinaus.

Häufige Ursachen:

Arthrose tritt immer dann auf, wenn der Gelenkknorpel überstrapaziert ist.
Liegt bereits eine Schädigung des Knorpels vor, reicht dafür manchmal schon ganz normale,
alltägliche Belastung aus. Was genau die Ursachen für Arthrose sind und warum teilweise
schon sehr junge Menschen daran erkranken, ist noch nicht vollständig geklärt.
Es wird jedoch davon ausgegangen, dass mehrere Faktoren den Ausbruch und Verlauf der Krankheit bedingen.
 

Mögliche Risikofaktoren für Arthrose sind:

  • Erbliche Veranlagung
  • Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes mellitus
  • Angeborene Fehlstellung, wie X-Beine oder O-Beine
  • Verletzungen, wie Kreuzbandverletzungen oder Meniskusschäden
  • Langjährige Überlastung, wie Übergewicht oder extreme, sportliche Betätigung oder harte körperliche Arbei

Wann hilft der Physiotherapeut?

Arthrose ist nicht heilbar. Sind die Abnutzungserscheinungen der Gelenke erst einmal aufgetreten,
gibt es keine Möglichkeit, diese rückgängig zu machen. umso wichtiger ist es deshalb,
dem Gelenkverschleiß frühzeitig vorzubeugen. Das A und O für gesunde Gelenke sind ausreichende bewegung und
gezieltes Muskeltraining. neben der Stärkung der Muskulatur hilft sportliche Betätigung auch dabei,
Übergewicht abzubauen. Vor allem gelenkschonende Sportarten, wie zum Beispiel Schwimmen, sind hier besonders geeignet.
Liegt bereits eine Arthrose vor, kann Physiotherapie dabei helfen,
die Funktionseinschränkungen zu beheben beziehungsweise zu vermindern.

Was erwartet den Patienten?

  • Krafttraining, insbesondere der gelenkführenden Muskeln
  • Mobilisation versteifter Gelenke
  • Dosiertes Belastungstraining
  • Schulung im Gebrauch von Hilfsmitteln
  • Koordinations- und Gleichgewichtstraining



Quelle: ZVK

Was ist Multiple Sklerose?

Die Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste neurologische Erkrankung,
die im jungen Erwachsenenalter zu bleibender Behinderung und vorzeitiger Berentung führt.
Es handelt sich um eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralen
Nervensystems (ZNS). Aus bisher noch unbekannten Gründen wird bei der Multiple
Sklerose die Isolierschicht,
welche unsere Nervenzellen umgibt, durch die körpereigenen Abwehrzellen angegriffen
und beschädigt. Die Folge: Eine gestörte Weiterleitung von Impulsen durch die Nerven.
Patienten mit MS verspüren dann häufig Symptome, wie Kribbeln, Spastiken,
Lähmungen und Sehstörungen.
 
Schätzungen zufolge leiden weltweit circa zwei Millionen Menschen an Multiple Sklerose.
Sie ist somit die die zweithäufigste neurologische Krankheit.
Die Krankheit beginnt zumeist im frühen Erwachsenenalter,
wird allerdings vermehrt auch im Kindesalter diagnostiziert.
Der Erkrankungsgipfel liegt um das 30. Lebensjahr.
Frauen sind etwa doppelt so häufig von der Erkrankung betroffen wie Männer.

Ursachen:

  • Innere Einflüsse:        Hierzu zählen erbliche Komponenten, Störungen des
                                     Immunsystems und Störungen im Stoffwechsel des Myelins
                                    (Myelin= fetthaltige Isolationshülle)
  • Umwelteinflüsse:        Hierzu zählen klimatische und andere
                                     geographische Einflüsse, aber auch die Ernährung.
  • Andere Einflüsse:       Hierzu zählen beispielsweise Infekte oder Unfälle


Die genauen Ursachen für Multiple Sklerose sind noch unbekannt.
Es wird jedoch angenommen, dass eine Vielzahl verschiedener
Komponenten zusammenkommen muss, damit Multiple Sklerose entstehen kann.
       

Wann hilft der Physiotherapeut?

Physiotherapie ist bei der Behandlung von Multiple Sklerose Patienten wesentlicher
Bestandteil. Die Therapie kann dabei helfen, die Beweglichkeit des Patienten möglichst
lange zu erhalten. Das Training mit einem Physiotherapeuten kann dazu beitragen,
Fehlbelastungen und falsche Bewegungen,
die durch Schmerzen oder Muskelspastiken entstehen, zu beseitigen
und Gangstörungen zu beheben. Der Patient bekommt ein Gefühl für seinen Körper
und kann Bewegungen wieder besser koordinieren.

 

Das erwartet den Patienten in der Physiotherapie:

  • Bewegungstherapie gegen Krämpfe: Wenn die Muskelspannung zu hoch ist und sich das Gelenk gegen eine Bewegung wehrt,
    können Krämpfe oder auch Spastiken entstehen. Passive Bewegungsübungen helfen dabei,
    die Muskulatur wieder zu lockern und zu entspannen.
  • Gleichgewichtstraining: Multiple Sklerose Patienten haben oft Probleme mit dem Gleichgewicht.
    Dies kann zu Unsicherheiten beim Gehen, Stehen oder Sitzen führen.
    Physiotherapeuten unterstützen Betroffene mit gezielten Gleichgewichtsübungen dabei,
    wieder eine stabile Haltung einzunehmen, sich sicherer zu bewegen und Stürze zu vermeiden.
  • Hilfe für den Alltag: Neben Bewegungsübungen geben Physiotherapeuten ihren Patienten auch Tipps und Anregungen
    für die Bewältigung des Alltags an die Hand.
    So hilft zum Beispiel ein gemeinsam ausgearbeiteter „Tagesplan“ den Betroffenen,
    ihre begrenzten Kräfte sinnvoll einzuteilen und etwa unnötige Wege zu vermeiden.
  • Hausaufgaben für Betroffene: Neben den regelmäßigen Physiotherapiestunden ist zudem wichtig,
    das Übungsprogramm auch zu Hause weiter fortzusetzen. Ihr Therapeut gibt Ihnen Hilfestellungen
    und Empfehlungen für die „Hausaufgaben“. Auch autogenes Training oder Yoga kann unterstützend wirken.

Quelle ZVK